Chronik

Die Gründerzeit

1873
Als sich im Jahre 1873 unter dem Vorsitz des Bürgermeisters Anton Wagner und den Gemeinderäten Leopold Hochkogler, Josef Remele und Ferdinand Götz 47 Bewohner zusammenfinden, um eine Freiwillige Feuerwehr zu gründen, wird damit der Grundstein zum Schutz der Bevölkerung des Ortes vor Feuer und Hochwasser gelegt. Es wird ein aus 8 Männern bestehendes Komitee, aus welchem Ferdinand Götz als Obmann hervorgeht, gewählt. Der erste Hauptmann ist der Müllermeister der Wolfsmühle Georg Wolf (1873-1880). Das Aufgabengebiet ist groß, nicht nur die Brandbekämpfung, sondern auch die Hilfe bei Überflutungen, Bergungen von Fuhrwerken, Pölzungen und diversen Sicherungsarbeiten gehören schon damals zu den Aufgaben der Feuerwehr.

1874
Ein Hydrophor (Handdruckspritze) mit Saugern um 1875 Gulden wird angekauft.

1876
Eine von Frau Barbara Deger gespendete Feuerwehrfahne wird eingeweiht.

1877
Das Jahr der ersten großen Bewährungsprobe, als das Haus und die Wirtschaftsgebäude des Mathias Parzer und das Haus des Wagnermeisters Gschwandner brannten. Zahlreiche Ausrückungen zu Dachfeuern und Waldbränden sind verzeichnet. Da zur damaligen Zeit für die Feuerwehrmänner keine Versicherung bestand, wurden aus der Feuerwehrkassa der FF Rannersdorf für einen im Einsatz getöteten Feuerwehrmann 4 Gulden gespendet.

1881
Der Feuerwehrmann Schweighofer verstirbt im Dienst. Die Feuerwehr übernimmt die Begräbniskosten.

1888
Beerdigung des ersten Hauptmannes und Gründungsmitgliedes Georg Wolf.

1897
Ein Sanitätswagen wird angeschafft, welcher bis 1933 die Kranken in die Spitäler nach Wien und Mödling befördert. Die Pferdebespannung stellen Fuhrwerker des Ortes zur Verfügung.

1899
Ein Hochwasserkatastrophenjahr; Brücken sind überflutet oder weggerissen, Eisenbahnanlagen vermurt, Keller müssen ausgepumpt und gepölzt werden. Das 25jährige Gründungsfest im Juli wird mit der Weihe des Requisitenhauses, der Dampfspritze und einem umfangreichen Rahmenprogramm begangen. Die 1896 errichtete Klingelleitung wird weiter ausgebaut. Um die Jahrhundertwende entsteht durch Neuanschaffung von Geräten und Ausrüstung ein Defizit von 434 Gulden.Beim Brand des Tirolerhofes ist die Dampfspritze 5 Stunden ununterbrochen in Betrieb.

1909
Im Jänner wird beschlossen, die Sanitätsfuhren mit 30 Kronen zu berechnen. Im selben Jahr wirdder Kapellmeister Gustav Wallner mit der Aufstellung einer Feuerwehrmusik betraut. Die Änderung des Grundgesetzes tritt in Kraft.

Die Zeit der beiden Weltkriege

1914
Das 40-jährige Gründungsfest am 17. Juli 1914 erbringt einen Reingewinn von 575 Kronen. Die Zeit nach dem Ersten Weltkrieg war von finanziellen Schwierigkeiten geprägt. So konnten fast keine Geräte angeschafft werden, wegen Geldmangels konnte eine Übernahme der Alarmleitung durch die Post nicht durchgeführt werden. Es werden für den Sanitätstransport 50.000 Kronen für den Wagen und 70.000 Konen pro Mann in Rechnung gestellt. Die Musik bei einem Begräbnis kostet z. B. 400.000 Kronen.

1927
Im November wird eine Motorspritze um 6.000 Schilling angekauft und in den Dienst gestellt. Die Mannschaft besteht aus 50 aktiven und 18 Schutzmännern. Vom Wagnermeister Franz Köpfle werden zwei Rettungsschlitten angefertigt.

1933
In Wiener Neustadt wird eine Feuerwehrschule errichtet, die Herren Biermeier und Leoni besuchen einen der ersten Lehrgänge. Der Sanitätswagen wird um 600 Schilling verkauft. Um 800 Schilling wird ein Auto gekauft, umgebaut und in den Dienst gestellt.

1935
Die Ortswasserleitung wird errichtet. Ab jetzt kann das Wasser aus Hydranten entnommen werden. Der Ehrenhauptmann und Mitgründer der Feuerwehr, Ludwig Fürst, wird zu Grabe getragen.

1938
Im Jänner brennt die Verkaufshütte von Frau Severin auf der Seewiese ab. Vom Landesverband wird eine neue Monturvorschrift erlassen, welche jedoch wegen Geldmangels nicht erfüllt werden kann.

1939
Im Mai wird der Verein Freiwillige Feuerwehr aufgelöst, der Hauptmann, Anton Hell, wird Wehrführer mit dem Dienstgrad Oberzugführer der Feuerschutzpolizei Wien. Der Wehrführer gibt Weisungen und Befehle wie folgt bekannt:

1. Bei Aufbietung der Feuerhilfspolizei im Dienste des Luftschutzes hat die Polizei das Kommando.

2. Bei Kriegsbeginn hat die Ortsfeuerhilfspolizei (Gruppe Luftschutz) im Depot Dienst zu machen.

3. Für Kameraden der Luftschutztruppe besteht strenger Auffinddienst, d.h. jeder dieser Männer hat seinen jeweiligen Aufenthaltsort bekannt zu geben.

4. Dem Polizeirevier 82, Brunn am Gebirge, sind 14 Mann zwischen 45 und 65 Jahren zu melden. Wird die vorgeschriebene Zahl nicht erreicht, ist sie durch die Hitlerjugend zu ergänzen

5. Durch die Errichtung einer Werksfeuerwehr in der Zementfabrik ist es den Männern derOrtsfeuerhilfspolizei untersagt, in der Werksfeuerwehr Dienst zu machen.

6. Da keine Sirenenanlage vorhanden ist, darf bei Fliegeralarm mit den Kirchenglocken geläutet werden.

7. Jeden Samstag Nachmittag ist eine Übung abzuhalten.Die Feuerwehren sind eine technische Feuerpolizeihilfstruppe, die mit der Feuerschutzpolizei eine Einheit bildet. Die Bezeichnung ist „Freiwillige Feuerwehr Wien 25., Kaltenleutgeben".

1940
Am 31.3. findet die Vereidigung statt, worüber ein Bericht mit Namensliste abgeschickt wird. Einsatzfähige Leute sind wegen Dienstverpflichtung an die Feuerschutzpolizei zu melden.

1943
Der Rauchfangkehrermeister Ludwig Leoni wird wegen seiner Tätigkeit in der Pfarre mit Bescheid ausgeschlossen. Ende 1943 wird er wieder mit Kommandobefehl der Feuerschutzpolizei Wien als Haupttruppmann zum Dienst befohlen. Die Kriegszeit ist geprägt durch befohlene Übungen, Hilfeleistungen bei Unfällen und Überflutungen, Fliegeralarmen und Instandhalten der Alarmleitung, die bis nach Liesing führt. An großen Bränden scheinen der Siegelhof in der Karlsgasse, das Schweizerhaus und die Mansardenzimmer des Moritzhofes der Feldherrnhalle auf. Ein Brand bei Familie Ziffer an der Sulzerstraße zerstört das Objekt.

1945
Ab Februar gibt es fast täglich Fliegeralarm und Bombenabwürfe beim Roten Kreuz und Kaltbrunn. Bei Kampfhandlungen fallen die Feuerwehrmänner Franz Hruza und Andreas Tykwart. Das Verwaltungsgebäude, die Küche und das Schweizerhaus der Kaserne der Standarte „Feldherrnhalle" werden gesprengt. Weiters brennen die Volksschule, die Häuser Hauptstraße 80, 123 und 126, Karlsgasse 4, 7 und 9 sowie ein Heustadl und ein Geräteschuppen auf der Biermeierwiese zur Gänze ab. 80 Ziviltote sind zu beklagen. Dechant Wolf und seine Schwester werden im Pfarrhof erschossen. Das Fahrzeug und die Geräte der Feuerwehr werden zerstört und unbrauchbar gemacht, ebenso die Alarmleitungen.

1946
Am 5. Oktober wird vom Hauptmann Anton Hell eine Versammlung abgehalten, zu der der Ortsvorsteher Leopold Macher und der Bezirkskommandant Josef Kaspar sowie 23 Männer erscheinen. Die vor dem Anschluss gewählten Feuerwehrmänner übernehmen ihre alten Funktionen. Aus den Beständen der „Feldherrnhalle" sind noch zwei Aggregate, Schlauchmaterial und Kleingeräte verwendbar. Die Löschgeräte müssen im Handzug zum Einsatzort gebracht werden. Durch die Gebietsabtrennung ist Kaltenleutgeben eine der Randgemeinden der Stadt Wien. Die Feuerwehren des Bezirkes Mödling gehören zur Berufsfeuerwehr Wien, sind aber großteils auf sich selbst gestellt. Die Alarmleitung wird notdürftig mit drei Sprechstellen wieder in Betrieb genommen.

Der Neuaufbau beginnt

1948
Aus amerikanischen Heeresbeständen wird um 7.600 Schilling ein Ford Canada gekauft und in Eigenregie zu einem Einsatzfahrzeug umgebaut.

1949
Anlässlich des 75-jährigen Gründungsfestes wird das Fahrzeug geweiht und in den Dienst gestellt. Die Alarmleitung nach Rodaun wird abgebaut und die Leitungen im Ort wieder hergestellt. Hauptmann ist Anton Hell, sein Stellvertreter Ludwig Leoni, Schriftführer Johann Wallner und Zahlmeister Josef Maier. Eine Sirene wird in Wien abgebaut, überholt und am Polizeiposten (später Gendarmerie) montiert.

1954
Das Gebietsänderungsgesetz tritt in Kraft. Kaltenleutgeben wird eine selbständige Gemeinde Niederösterreichs und die Feuerwehr dem NÖ Landesfeuerwehrverband zugehörig. Beim Donauhochwasser im Juli ist die Feuerwehr mit dem Rüstwagen und Mannschaft in Muckendorf einige Tage im Einsatz. Durch Veranstaltungen und Subventionen kann die Uniformierung vereinheitlicht werden.

1957
Eine VW-Tragkraftspritze und ein Jeep aus dem Besitz von Gastwirt Anton Fiedler werden angekauft und umgebaut. In den Wintermonaten ist ein Sanitätswinterdienst eingerichtet. 10 Feuerwehrmänner besuchen einen von Herrn Dr. Ernst Kühmaier gehaltenen „Erste-Hilfe-Kurs". Die Prüfung wird beim Roten Kreuz in Mödling abgelegt. Die Feuerwehr übernimmt den Rettungsdienst bei Großveranstaltungen wie z. B. beim Josef-Graf-Gedächtnisspringen mit Sepp Bradl auf der Sprungschanze im Kersch- graben oder beim Eisgrabenrennen bzw. Wienerblickrennen, an welchen der Großteil der österreischischen Ski-Nationalmannschaft bzw. Olypiamannschaft teilnimmt. In den Wintermonaten wird von der Feuerwehr ein regelmäßiger Rettungsdienst im Gasthaus Biermeier eingerichtet, dafür steht auch ein Rettungswagen des Roten Kreuzes Mödling zur Verfügung.

1959
Ihr 85-jähriges Bestandsjubiläum feiert die Feuerwehr mit Weihe des Jeeps, Patin ist Frau Berta Haunzwickl. Bei den Schauübungen ist auch eine Knabenfeuerwehr in Aktion.

1963
Im Februar brennt das Wirtschaftsgebäude des Sandhofes ab. Durch die hohe Schneelage, Wassermangel und die Steillage des Objekts gestaltet sich der Einsatz schwierig. Die Anschaffung eines Tanklöschfahrzeuges (1000 Liter Opel Blitz) wird in Erwägung gezogen. Das 90jährige Gründungsfest ist ein voller Erfolg und ein großer Schritt zum Ausbau einer schlagkräftigen Feuerwehr. Anstelle des Opels wird ein Tanklöschfahrzeug 2000 Steyr Diesel 480 angekauft und geweiht, Patin ist Frau Eleonore Schöny. Am Bezirksfeuerwehrtag im Kinosaal sind außer den Wehren des Bezirkes der Bezirkshauptmann Dr. Böhm, der Präsident des ÖBF-Verbandes Josef Holaubek und die Vertreter der Gemeinde anwesend.

1965
Die Feuerwehren Sulz, Dornbach, Grub, Gruberau und Wöglerin beschließen, den Kommandanten der Feuerwehr Kaltenleutgeben, Johann Wallner, als Vertreter des Unterabschnittes in das Bezirkskommando zu entsenden .

1968
Ein Motorrad Puch 250 SGS für den Feuerwehrdienst wird gekauft und als Verkehrsreglerfahrzeug verwendet. Die ersten Fahrberechtigungen erhalten Walter Muschau und Alfred Schieb. Das Depot in der Flösselgasse wird renoviert, neue Tore eingebaut und eine Alarmsirene montiert.

1969
Bei der Eröffnung des Kirtages bricht im Haus Promenadegasse 37 ein Brand aus, der sich rasch über das ganze Dach ausbreitete. Mehrere Feuerwehren mit 6 Tanklöschfahrzeugen, 2 Kommandofahrzeugen und 51 Mann sind 4 Stunden im Einsatz.

Feuerwehr wird Körperschaft

1970
Das NÖ Feuerpolizei- und Feuerwehrgesetz (NÖFGG) tritt in Kraft. Die Feuerwehr wird als Verein aufgelöst und als „Körperschaft öffentlichen Rechts" in das NÖ Feuerwehrregister eingetragen. Die Führung des Namens und das Korpsabzeichen sind gesetzlich geschützt. Der Gemeinderat beschließt den näheren und erweiterten Einsatzbereich sowie die Führung des Namens „Freiwillige Feuerwehr Kaltenleutgeben". Geheime Wahlen nach dem NÖFFG werden durchgeführt. Die Funktionsperiode beträgt 5 Jahre. Zum Kommandant wird Johann Wallner, zum Stellvertreter Hanspeter Embacher gewählt. Der Mannschaftsstand beträgt 38 Männer. Der Kauf eines neuen Rüstfahrzeuges wird in Erwägung gezogen. Die Vorbereitungen für das 100-jährige Gründungsfest laufen an.

1973
100 Jahre Freiwillige Feuerwehr Kaltenleutgeben". Ein Maibaum wird aufgestellt. Das weitere Programm umfasst eine Feldmesse und Segnung eines neuen Rüstfahrzeuges (Ford Transit), die Enthüllung einer Gedenktafel beim Kirchenaufgang und die außerordentliche Bezirksverbandstagung im Kinosaal. Dabei werden vom Bürgermeister 8 Feuerwehrmänner mit Ehrenringen ausgezeichnet.

1975
Der Mannschaftsraum neben dem Rathaus wird gebaut. Durch schwere Regenfälle im Juli sind im Ortsbereich Straßen vermurt, Keller stehen unter Wasser.

1976
Der Kommandant, HBI Johann Wallner, legt altersbedingt seine Funktion zurück und wird Ehrenkommandant der Wehr. Zum neuen Kommandanten wird Hanspeter Embacher, zum Stellvertreter Erwin Brunner sen. gewählt. Eine verheerende Sturmkatastrophe zum Jahresbeginn entwurzelt Bäume, hebt Dächer ab und macht Straßen durch umgestürzte Bäume unpassierbar. 36 Stunden Dauereinsatz sind notwendig. In der Feuerlösch- und Bergeeinheit des Bezirkes Mödling (heute Katastrophenhilfsdienst) wird Hanspeter Embacher Zugskommandant des Kommandozuges und tritt die Nachfolge von Johann Wallner an.

1977
Das Hilfswerk des NÖ Landesfeuerwehrverbandes für alle Aktiven und Reservisten tritt mit 1.1.1977 in Kraft. Der Jahresbeitrag wird mit 60 Schilling pro Mann festgesetzt. Bei Unfällen im Feuerwehrdienst wird ein Taggeld von 100 Schilling ausgezahlt. Das Sterbegeld ist mit 3.000 Schilling festgesetzt.

1978
Das 105jährige Bestehen wird mit einer Großübung am Wienerblick begangen. Im Juni ist die Wehr 18 Stunden beim Großbrand der Fa. Sleepy in Vösendorf im Einsatz. Im August bei der Fa. Birner in Perchtoldsdorf. Kamerad Johann Wallner beginnt ein Feuerwehrmuseum einzurichten.

1979
Das Bergland-Löschfahrzeug „Pinzgauer" mit dem überholten VW Aggregat und ein neues Krad werden vom Feuerwehrkurat Dr. Franz Reiter gesegnet und in den Dienst gestellt. Da die Einsätze stark ansteigen und die Alarmierung mit Sirene besonders in der Nacht für die Bevölkerung störend wirkt, wird eine stille Alarmierung mittels Personenrufempfänger ins Auge gefasst. Die Fa. Center stellte probeweise Geräte zur Verfügung.

1982
Von der Gemeinde wird ein Betrag von 250.000 Schilling zur Errichtung der Alarmanlage veranschlagt. Die Markterhebungsfeier mit Wappenverleihung findet am Nationalfeiertag statt.

Die Modernisierung geht weiter..

1983
Der Notruf 122 geht mit der Errichtung der stillen Alarmierung in Betrieb und ist täglich 24 Stunden besetzt. 3 Gruppen werden mit Personenrufempfängern ausgestattet. Der alte Land Rover wird verkauft und dafür der Rover der FF Perchtoldsdorf erworben.

1984
An die Gemeinde wird ein Ansuchen um Neubau eines Feuerwehrhauses gestellt. Der Arzt Dr. Michael Grössinger wird als Feuerwehrarzt aufgenommen. Die Feuerwehrfahne wird restauriert, Fahnenmutter wird Frau Gertrude Wallner. Durch Spenden und Subventionen wird ein Betrag von 70.000 Schilling dafür aufgebracht. In einem Festakt wird die Fahne vom Feuerwehrkurat Dr. Franz Reiter gesegnet. Eine Abschleppachse wird gekauft.

1986
Im April ereignete sich in Tschernobyl (Russland) ein Reaktorunfall. Die Feuerwehr ist mit allen Fahrzeugen zum Straßenreinigen eingesetzt. Unser Feuerwehrkurat, Pfarrer Dr. Franz Reiter, wird Stadtpfarrer in Gloggnitz. Mit Dankesworten und Überreichung eines Gruppenbildes wird er verabschiedet. Ein Arbeitskreis zum Ankauf eines Rüstlöschfahrzeuges wird gebildet. Im Gemeindeamt findet die erste Besprechung statt. Es stehen jedoch wegen der Errichtung des Ortskanals keine Budgetmittel für den Fahrzeugkauf zur Verfügung.

1988
Es wird beschlossen, ein Rüstlöschfahrzeug 2000 auf ein Steyr Fahrgestell aufzubauen. Ausbedungen wird auch der Einbau eines 20 kVA Generators mit Eigenantrieb.

1989
Das Fahrzeug wird angekauft und im Zuge einer Großübung „100 Jahre Gendarmerieposten Kaltenleutgeben" - Errichtung einer Ortsstelle des Roten Kreuzes und eines Zivilschutzzentrums unter Mitwirkung der Feuerwehr, Gendarmerie, Rettung, Zivilschutz und eines Rettungshubschraubers der Bevölkerung vorgestellt.

1990
Im Februar erfüllen wir die traurige Pflicht, unseren Ehrenkommandanten HBI Johann Wallner zu begraben.

1992
Die Feuerwehr ist mit 11 Mann und einem Fahrzeug fünfzehn Stunden lang beim Waldbrand auf dem Schneeberg im Einsatz. Vorschau auf 1993: event. Grundsteinlegung anlässlich der Festlichkeiten 120 Jahre FF Kaltenleutgeben. Der Bürgermeister berichtet, dass der freie Platz neben der Professorenvilla dafür vorgesehen ist. Das Rote Kreuz und die Post sollen in dem vorgesehenen Objekt ebenfalls untergebracht werden. Die Errichtung hänge jedoch vom Finanzausgleich des Bundes ab. Bei den Schöny-Garagen wird eine dritte Sirene montiert. Die Sirene neben dem Depot Flösselgasse muss demontiert werden und wird auf dem Haus Hauptstraße 35 (Besitzer ÖVP - heute Eder-Haus) montiert. Der Neubau eines Feuerwehrhauses wird auf unbestimmte Zeit verschoben.

1993
Eine EDV-Anlage wird angeschafft. Große Feierlichkeiten anlässlich 120 Jahre FF Kaltenleutgeben mit Teilnahme historischer Feuerwehrfahrzeuge (Dampfspritzen, Hydrophor und Mannschaften in historischen Uniformen) sowie einer Unterabschnittsübung und abschließendem Feuerwerk.

1994
Die ehem. Schöny-Garagen werden von der Gemeinde der Feuerwehr zum Umbau als Feuerwehrhaus angeboten. In einer Mitgliederversammlung wird dieser Vorschlag mit großer Mehrheit abgelehnt, da sich das Objekt in keiner Weise für einen Umbau zum Feuerwehrhaus eignet. Unter großer Anteilnahme der Bevölkerung und rd. 250 Feuerwehrmännern des Bezirkes wird unser verdienter Hauptbrandmeister Herbert Hell zu Grabe getragen.

1996
Als das Kommandofahrzeug Landrover keine Überprüfungsplakette erhält, wird ein Mitsubishi L 300 von der Firma Muschau angekauft und in Eigenregie zum Feuerwehrfahrzeug umgebaut Das Fahrzeug wird anlässlich der Verabschiedung von Bürgermeister August Wagner von seine Nachfolger Herbert Hohlagschwandtner in den Dienst gestellt und von Mag. Herbert Kraus gesegnet. Fahrzeugpatin ist Frau Maria Schöny. Durch die Schließung der Perlmooser Zementwerke AG und Auflösung der Betriebsfeuerwehr kann die FF Kaltenleutgeben einen Teil der vorhandenen Gerätschaften übernehmen.

1997
Dies ist wieder ein ereignisreiches Jahr. Von der Gemeinde liegt ein Konzept vor, den Hauptplatz umzugestalten. Im Zuge dieser Umgestaltung soll ein Kinderhort und ein Feuerwehrhaus errichtet werden. Auch ein Katastropheneinsatz wegen Hochwassers im Ort ist erforderlich. Die Reihenhaussiedlung Hauptstraße 155 ist am schwersten betroffen. Weiters sind die Brücken entlang der Dürren Liesing wegen der Wassermassen und Verklausungen (Anschwemmung von Treibholz) gefährdet. Die Feuerwehr ist drei Tage lang ununterbrochen im Einsatz und wird von Feuerwehren aus den Bezirken Neunkirchen, Mistelbach und Gänserndorf und durch Kräfte des Bezirkes Mödling unterstützt.

1998
Anlässlich der Jahreshauptversammlung am 18. September scheidet der Kommandant-Stv. Erwin Brunner sen. altersbedingt aus dem aktiven Feuerwehrdienst aus. Zum neuen Kommandant- Stv. wird sein Sohn Erwin Brunner jun. gewählt. Der Verwalter Franz Gillar legt nach 25jähriger Dienstzeit sein Amt nieder. Den beiden altverdienten Funktionären wird der Ehrendienstgrad verliehen. Neuer Verwalter wird Gerald Krähsmaier.

1999
Die Neueinkleidung mit dunkelblauen Einsatzuniformen und den neuen Helmen beginnt und erfordert einen Kostenaufwand von 400.000 Schilling. Nach verheerenden Unwettern im Bezirk Neunkirchen ist die Feuerwehr in den Ortschaften Warth und Grimmenstein bei Aufräumungsarbeiten im Einsatz.

2000
Eine neue Ausbildungsvorschrift tritt in Kraft. Ab diesem Zeitpunkt obliegt die Grundausbildung den Ortsfeuerwehren. Eine Löschgruppe (9 Mann) nimmt an den 50. NÖ- Landesfeuerwehrleistungsbewerben in Hollabrunn mit Erfolg teil und erreicht die vorgeschriebene Punkteanzahl für das Silberne und Bronzene Leistungsabzeichen.

Mit neuem Kommando ins neue Jahrtausend

2001
Bei der am 12. Jänner abgehaltenen Jahreshauptversammlung löst Erwin Brunner jun. Kommandant Hanspeter Embacher nach 25jähriger Kommandotätigkeit ab. Zu seinem Stellvertreter wird Kurt Raitmar gewählt. Über Antrag wird Hanspeter Embacher der Titel Ehrenoberbrandinspektor verliehen. Von der Gemeinde erhält er in Anerkennung seiner Verdienste den Ehrenring durch Bürgermeister Herbert Hohlagschwandtner überreicht. Im Frühjahr treten drei Gruppen zur Prüfung für das Abzeichen „Technische Hilfeleistung" an. Alle Gruppen erwerben das Bronzene Leistungsabzeichen. Die Neuernennung der Chargen und Warte sowie die Umgestaltung der eingeteilten Mannschaft wird durchgeführt. Die Feuerwehr gliedert sich in 3 Gruppen und einen Gesamtmannschaftsstand von rd. 50 Männern. Eine Unterabschnittsübung in der neu errichteten Wohnhausanlage Promenadegasse 41-45 und der zugehörigen Tiefgarage wird durchgeführt. An dieser Übung nehmen die Feuerwehren des Unterabschnittes, Perchtoldsdorf, Breitenfurt, Laab im Walde und Kaltenleutgeben sowie das Rote Kreuz teil. Außerdem erfolgt in diesem Jahr auf Antrag des Kommandos die Umgruppierung unserer Einheit in den KHD-Dienst des Bezirkes Mödling vom Versorgungstrupp in den Löschzug. Bei einem von der Gemeinde ausgeschriebenen Architektenwettbewerb erhält Frau Dipl.-Ing. Architekt Ulrike Hausdorf den Zuschlag zum Bau des neuen Sicherheitszentrums am Hauptplatz. Im Dezember wird der Spatenstich für das neue Feuerwehrhaus im Beisein von Landesrat Knotzer, Bürgermeister Herbert Hohlagschwandtner, Vertretern der Wohnbaugenossenschaft Wien Süd und der Bezirksstelle des Roten Kreuzes Brunn am Gebirge sowie dem Feuerwehrkommando vorgenommen. Als durchführende Firma wird die Lieb-Bau Ges.m.b.H. aus Weiz/Stmk. mit den Bauarbeiten beauftragt.

2002
Das Jahr der Hochwasserkatastrophen. Nach Überflutungen in der Region Triestingtal sind 10 Mann mit 2 Fahrzeugen 20 Stunden im Einsatz. Bei der Hochwasserkatastrophe im August sind insgesamt 78 Mann der Wehr rd. 1.200 Stunden im nördlichen NÖ in mehreren Orten im Einsatz. Dabei gehen zahlreiche Geräte, Schlauchmaterial, Pumpen und zwei Tragkraftspritzen kaputt, die ersetzt werden müssen, was auch im Spätherbst des Jahres erfolgt. Bei den Einsätzen wird auch das Berglandlöschfahrzeug stark in Mitleidenschaft gezogen, sodass eine Generalsanierung notwendig ist. Mit einem Zeitaufwand von 750 Stunden wird das Fahrzeug in Eigenregie wieder einsatzfähig gemacht und mit einer neuen Pumpe ausgerüstet. Beim Bezirksfeuerwehrtag im Herbst erhält die Feuerwehr Kaltenleutgeben den Zuschlag, die Bezirksfeuerwehrleistungsbewerbe 2004 und die Jugendbewerbe in Kaltenleutgeben durchzuführen. Es wird daher im Emmelpark ein Bewerbsplatz und ein Jugend-Zeltlagerplatz für diese Veranstaltungen errichtet. Nach Aufruf in den Gemeindenachrichten findet am 23. Oktober die erste Zusammenkunft der neugegründeten Feuerwehrjugend Kaltenleutgeben statt. 9 Mädchen und 6 Burschen sind beim ersten Treffen dabei. Die Jugendführung obliegt Robert Lechner und Martin Wild, die für die Ausbildung der zukünftigen Feuerwehrfrauen und -männer sorgen. In diesem Jahr allein werden 8.200 Stunden für die allgemeine Sicherheit aufgebracht. Die Kameraden werden ständig in Kursen und realitätsnahen Übungen weitergebildet, um die dabei erworbenen Kenntnisse im Ernstfall einsetzen zu können. Weiters wird eine moderne Homepage der Feuerwehr Kaltenleutgeben eingerichtet, die regelmäßig aktuell gestaltet wird. Nach dem Spatenstich im Vorjahr erfolgt der langersehnte Baubeginn des neuen Feuerwehrhauses im Dezember. Wegen Verkauf des Gendarmeriegebäudes durch den Bund wird die Sirene abmontiert und provisorisch neben dem Feuerwehrhaus installiert, ebenso eine 4. Sirene am Bauhof der Marktgemeinde.

2003
Bei der im Jänner abgehaltenen Jahreshauptversammlung löst Gerald Tauber den Verwalter Gerald Krähsmaier nach 4-jähriger Dienstzeit ab. Erstmalig nehmen die Mitglieder der neugegründeten Feuerwehrjugend (Mädchen und Burschen) an der Mitgliederversammlung uniformiert teil underhalten dabei ihre Feuerwehrpässe. Weiters wird bei dieser Versammlung beschlossen, dass im Hinblick auf das entstehende Sicherheitszentrum die Feuerwehr die Agenden des Zivilschutzes, im Auftrage der Gemeinde, übernimmt. Zur Fachcharge wird HLM Hans Wallner ernannt. Die Vorarbeiten für die 130-Jahr-Festveranstaltung mit umfangreichem Programm und das traditionelle Aufstellen des Maibaumes (bereits zum 30. Mal!) zu Ehren unserer Bevölkerung und der Gemeindevertretung laufen an. Im ehemaligen Steinbruch der Perlmoser findet die KHD Übung der Mödlinger Bereitschaft statt. Unmittelbar nach dem Einrücken von der Übung kommt es zu einem Waldbrand in Laab im Walde zu dem der gesamte Unterabschnitt und die FF Wolfsgraben alarmiert wird.
Ende April ist die Festveranstaltung anlässlich 130 Jahre Feuerwehr Kaltenleutgeben. Der neu geschaffenen Orden für Verdienste um das Kaltenleutgebener Feuerwehrwesen wird an zahlreiche verdiente Mitglieder verliehen. Amtsleiter Peter Fuchs erhält für seine gute Zusammenarbeit mit der Wehr die Florianiplakette des NÖ Landesfeuerwehrverbandes.
Der Zivilschutzbeauftragte HLM Hans Wallner hält zum ersten Mal Sicherheitsinformationsabende für die Bevölkerung ab.
Das Kommando hat mehrere Sitzungen auf der Gemeinde wegen dem Neubau des Sicherheitszentrums. BI Kurt Raitmar nimmt regelmäßig an den Baubesprechungen teil.
Neuanschaffungen in diesem Jahr sind unter anderem: Abschleppachse, Tragkraftspritze(Lohr), 13 kVA Stromerzeuger, Tauchpumpe, Handfunkgeräte, blaue Einsatzbekleidung.

2004
In diesem Jahr verstirbt neben EOBI Hanspeter Embacher auch EV Franz Gillar. Beide werden durch ein großes traditionelles Feuerwehrbegräbnis (eigene Träger, Musik, Ehrenwache, Ordensträger, Fahnenträger, Ordonanz für Kreuzträger) zu Grabe getragen. Hanspeter Embacher wurde im Alten Feuerwehrhaus (Hauptstrasse 78 – Rathaus) aufgebahrt.
Franz Gillar findet in Wien Liesing seine letzte Ruhestätte.
Im Juni finden zum ersten Mal die Bezirksfeuerwehrleistungsbewerbe der Aktiven und das Jugendlager mit den Bezirksjugendbewerben in Kaltenleutgeben statt. Der dafür notwendige Bewerbsplatz wurde von der Feuerwehr in Eigenregie und mit Unterstützung der Marktgemeinde im Emmelpark geschaffen. Die Durchführung fand bei strömenden Regen statt.
Unter Aufwand von ca. 1000 Stunden, wurde das neue Feuerwehrhaus einsatztauglich und wohnlich gemacht. Von der Feuerwehr wurden unter anderem folgende Anschaffungen und Erneuerungen getätigt: Anschaffung von Spinden für die Garderobe, die Einrichtung einer Werkstatt des Kommando-, Jugend- und Mannschaftsraumes. Schaffung eines Zeugwart- und Atemschutzwartraumes und diverse Maler- und Kleinstarbeiten. Anschaffung eines Fahrzeugbatterie - Erhaltungssystems, Montage eines Schließsystems im SIZ, Ankauf von 5 Pagern, 25 Auer Gallet Helme, diverse Einsatz und Galauniformen, hydraulische Rettungszylinder und 3 Atemschutzgeräte. Dank der Firma Record konnten wir auch einen Elektrostapler günstig erwerben. Ebenso wird die Umstellung aller Sirenen auf Funksteuerung (Ersparnis der Leitungskosten) durchgeführt. Am 10.8. 2004 erfolgt der Umzug der Feuerwehr in das neue Sicherheitszentrum. Gleich in der ersten Nacht kommt es zu einem Brandeinsatz auf Hauptstrasse 122. Am 25.9.2004 ist die offizielle Eröffnung des neuen SIZ. Bei dieser Festveranstaltung Wird Bürgermeister Herbert Hohlagschwandtner zum Ehrenmitglied ernannt. Die Fa. Record Türautomation bei der einige Feuerwehrmitglieder beschäftigt sind erhält die Auszeichnung „feuerwehrfreundlicher Arbeitgeber“.

2005
Unter Aufwand von ca. 800 Stunden, wurde der gebraucht angekaufte Iveco zu einem einsatztauglichen Feuerwehrfahrzeug umgebaut. Beim Feuerwehrheurigen im August fand die feierliche Segnung statt und das Fahrzeug wurde in Dienst gestellt. Durch den Zivilschutzbeauftragten HLM Hans Wallner wurden umfangreiche Vorarbeiten für eine drohende Pandemie Epidemie geleistet. In diesem Zusammenhang fand am Gemeindeamt eine Planspielübung der örtlichen Katastrophen-Einsatzleitung statt. Ebenso standen dieses Jahr Unterabschnittsübung, KHD – Übung, eine Bergeübung mit Bergrettung und Rotem Kreuz, Atemschutzübung im Brandcontainer sowie eine Evakuierungsübung der Volksschule auf dem Programm.

2006
Bei der im Jänner durchgeführten Jahreshauptversammlung mit Wahl wurde das bisherige Feuerwehrkommando bestätigt. Kommandant OBI Erwin Brunner, Stellvertreter BI Kurt Raitmar und Leiter des Verwaltungsdienstes V Gerald Tauber. In diesem Jahr kam es zu mehreren Katastropheneinsätzen der 14. Bereitschaft. Im Bezirk Lilienfeld wurden im Februar zahlreiche Häuser unter teils schwierigen Bedingungen von ihrer enormen Schneelast befreit. Im Bezirk Gänserndorf kam es im April nach heftigen Regenfällen zu einem Dammbruch der March. In der Folge wurden mehrere Ortschaften von den Wassermassen überflutet. Die Feuerwehr Kaltenleutgeben war in Mannersdorf/March im Einsatz. Zwei Tage davor konnte mit dem mobilen Hochwasserschutz „Moses“ in Dürnkrut eine Tankstelle sowie eine Getreidemühle vor größerem Schaden bewahrt werden. Das alte Krad Suzuki wurde gegen ein modernes geländetaugliches Motorrad ausgetauscht. Im Eingangsbereich des Sicherheitszentrums wurde ein Defibrillator montiert und an Rotes Kreuz, Feuerwehr und Zivilschutz übergeben.



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